Dies ist eine kompakte Übersicht zu Peptide — geschrieben für Leser, die mehr als einen Absatz, aber kein Lehrbuch wollen.
Stand 2026-01-03. Zahlen und Beschreibungen folgen der Fachliteratur und nicht dem Marketingmaterial.
Der Lindow-Mann lag mit dem Gesicht nach unten in einer Tiefe von etwa 250 cm im Moor. Kopf, Oberkörper, Arme und Teile des rechten Fußes und Unterschenkels konnten geborgen werden. Der Unterkörper, einschließlich der Genitalien und Beine, ist unterhalb des 5. Lendenwirbels durch die Torfabbaumaschine abgetrennt worden, und die fehlenden Teile waren zunächst nicht auffindbar. Teile der Unterarme und Fingerknochen sind vergangen. Das Skelett des Mannes ist durch die Lagerung im Moor entkalkt und aufgeweicht. Der Körper wurde vom Gewicht der ihn bedeckenden Torfschicht etwas flachgedrückt. Die intakte Haut hat eine weiche, lederartige Struktur und ist von dunkelbrauner Farbe. Der Körper des Lindow-Manns zeigt eine kräftig ausgeprägte Muskulatur, jedoch keine Anzeichen schwerer körperlicher Arbeit. Die Fingernägel machen auch heute noch einen gepflegten und manikürten Eindruck. Haare, Bart, Schnurrbart und die Koteletten sind sorgfältig getrimmt und waren ursprünglich dunkelbraun. Sein Genick ist stark abgewinkelt, und der auffallend große Kopf ist extrem weit nach vorne geneigt. Das Kinn wird durch die rechte Schulter niedergedrückt. Die rechte Ohrmuschel ist aufgrund des vergangenen Knorpels deformiert. Die Gesichtshaut hat sich vom Nasenknorpel gelöst und ist wellig verschoben. Die Augen sind vergangen, jedoch sind Augenlider und Brauen gut erhalten. Beim Öffnen der Lippen waren die Zunge und einige lose Zähne sichtbar. Trotz der Beschädigungen durch die Torfabbaumaschine ist der rechte Fuß noch gut erhalten.
Quellen: de.wikipedia.org
Der Mann war bis zu seinem Tod in einem allgemein guten gesundheitlichen Zustand, von kräftiger, mesomorpher Statur und knapp über 25 Jahre alt. Abgeleitet von seinen Oberarmknochen war er etwa 168 bis 173 cm groß. Damit war er etwas größer als der Durchschnitt seiner Zeitgenossen, aber etwas kleiner als der Durchschnitt der gegenwärtigen britischen Männer. Das Körpergewicht des gut ernährten Mannes betrug zu Lebzeiten um die 60 bis 65 kg. R. A. H. Neave und R. Quinn ordnen den Mann anhand radiologischer Befunde und entsprechend dem angelsächsischen Sprachgebrauch der „Kaukasischen Rasse“ zu. Die Geschlechtsbestimmung erfolgte aufgrund der Körperbehaarung (Bart), der ausgeprägten Muskulatur und des Knochenbaues. Bei den am 14. Juni und 12. September 1988 in unmittelbarer Nähe im Lindow Moss gefundenen, als Lindow IV bezeichneten Teilen des Gesäßes, des linken Beins und rechten Oberschenkel eines erwachsenen Mannes handelt es sich möglicherweise um fehlende Teile des Lindow-Mannes.
Quellen: de.wikipedia.org
Untersuchungen des Leichnams in den Monaten Oktober und November 1984 mit unterschiedlichen bildgebenden Verfahren wie Röntgen, Computertomographie (CT), Xeroradiographie in verschiedenen Londoner Fachkliniken sowie einer Magnetresonanztomographie beim Röntgengerätehersteller Picker International erbrachten aufgrund der demineralisierten Knochen qualitativ sehr unterschiedliche Resultate. Es ließen sich aber deutlich die Frakturen des Schädels, des dritten und vierten Halswirbels sowie der siebten und achten hinteren Rippe auf der linken Seite abbilden. Die Rippenfrakturen wurden dem Mann erst unmittelbar vor Eintritt des Todes beigebracht. Vier Brustwirbel sowie fünf Lendenwirbel zeigten leichte Spuren einer beginnenden Arthritis und Schmorl-Knorpelknötchen, was jedoch für einen körperlich aktiven, kräftigen Menschen mittleren Alters im normalen Rahmen liegt. Forensische Analysen erbrachten weitere Details zum körperlichen Befund des Mannes. So konnte er der Blutgruppe 0 zugeordnet werden, wie sie im heutigen Großbritannien vor allem bei Personen keltischer Abstammung häufig ist. Durch die Öffnung des abgetrennten Unterkörpers konnte am Thorax und der Bauchhöhle eine endoskopische Obduktion durchgeführt werden, ohne den Körper dafür an intakten Stellen verletzen zu müssen. An inneren Organen waren Teile des oberen Verdauungstraktes wie Magen, Zwölffingerdarm und Leerdarm erhalten, deren Gewebe nur noch sehr dünn waren und wenig intaktes Kollagen und Zellmaterial aufwiesen. Weitere Organe wie Lunge, Herz, Leber oder Gallenblase konnten nicht mehr nachgewiesen werden.
Quellen: de.wikipedia.org
Durch den Mund wurde der Mund- und Rachenraum bis zur abgeschnürten Stelle des Halses endoskopiert. Dabei erwies sich die Abschnürung der Luft- und Speiseröhre als so dicht, dass ein Eindringen von Moorwasser in den Magen und infolgedessen eine Kontaminierung des Mageninhalts über diesen Weg ausgeschlossen werden konnte. Die endoskopische Untersuchung des Schädels durch die offene Fraktur am Hinterkopf zeigte, dass das Gehirn nur noch als kleine, zusammengeschrumpfte, unförmige und zähe Masse vorlag. Die Haut des Mannes war durch die Moorsäuren lederartig gegerbt. Lediglich die obere Epidermis war vergangen. Die Hautoberfläche zeigte keine krankhaften, vor dem Tode entstandenen Veränderungen. Einige Körperstellen zeigten pockennarbige Oberflächen, die sich jedoch erst post mortem durch Reaktionen im Moor gebildet hatten. Das Haupthaar des Mannes war außerordentlich gut erhalten, mit deutlich abgegrenzten Haaransätzen. Die Haare zeigten keine auffälligen Veränderungen gegenüber rezentem Haarmaterial. Die kurze, glatte Frisur war vorne sowie seitlich etwa 10 mm und hinten bis zu 50 mm lang. Unter UV-Licht sichtbare grüne Farbspuren, anfangs als ein auf Kupfer basierendes Pigment zur Färbung der Haare gedeutet, stellten sich als ein Reaktionsprodukt des Keratins der Haare mit der Moorsäure heraus. Haarfärbemittel wurden nicht nachgewiesen.
Quellen: de.wikipedia.org
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